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Uri Geller. Schon wieder.

Uri Gellers Kreuzzug gegen metallerne Essutensilien scheint unaufhaltbar. Seit Jahrzehnten treibt er nun sein löffelschädigendes Unwesen, und die Tatsache, dass er mehrmals beim Schwindeln ertappt wurde scheint der Popularität des selbsternannten Paraphänomens keinen Abbruch zu tun.

Dabei wäre eine Castingshow für Magier ja keine schlechte Idee. Allein, wenn Uri Geller die Schirmherrschaft über das Format übernimmt, muss natürlich befürchtet werden, dass von den Magiern verlangt wird, ihre Tricks als übersinnliche Begabung zu deklarieren.
Und da wird das prinzipiell unterhaltsame Schauspiel problematisch. Wenn leichtgläubige Menschen aufs Glatteis geführt werden, habe ich an sich nicht unbedingt was dagegen, Trickbetrüger zählen sicherlich zu den sympathischsten Kriminellen, ihre Kreativität ist teilweise bewundernswert, und immerhin wird man gewaltfrei seiner Habschaften erleichtert. Kreativität ist allerdings bei den meisten selbsternannten Medien selten, Cold Reading und ähnliche altbekannte Tricks stehen am Programm.

Ich machte mir also keine allzugrossen Erwartungen, als ich den Fernseher anstellte. Als erstes sah ich den zweiten - etwas zu spät eingeschaltet, aber der Auftritt war ganz OK. Sicher, die Messer-im-Papierzylinder-Nummer ist nicht neu, aber immerhin hat der Ausführende seine eigene Hand riskiert, und dass der Trick erst unlängst schiefging erhöhte die Spannung.
Auch von Geller selbst gabs nichts neues, es durften wieder einmal Uhren gestreichelt werden, anschließend wurde die statistische Tatsache, dass Uhren halt manchmal wiederbelebt werden als magisches Ereigniss verkauft.

Dann gabs ein wenig "Remote-Viewing" zu bewundern, insgessamt ein wenig langweilig, aber die Seriennummer-Geschichte am Schluss war doch ganz gut.
Dann ein Kunststück aus der Mottenkiste, aufgemotzt durch ein EKG-Kasterl. Die Durchführung war aber ganz ordendlich, und die Reaktion im Publikum ließ vermuten, dass es doch noch welche gibt, die den alten "ich klemm mir mal kurz die Pulsadern ab"-Trick noch nicht kannten.

Dann kam es allerdings ganz dick: Ein schweizerischer Anhänger von Gothic-Mode, der eine nicht unbedenkliche Beziehung zu Federvieh zu haben scheint, gab bekannt, einen Draht zum Jenseits zu haben. Der Auftritt war "handwerklich" sicher nicht schlecht, aber die Behauptung mit den Toten ein Pläuschchen zu halten trübte die Freude ungemein. Jemanden, der aufgrund eines persönlichen Verlustes verletzlich und in seiner Einschätzungsfähigkeit beeinträchtigt sind zu manipulieren, ist wirklich das letzte. Und ob das nun gegen Barzahlung geschieht, oder um die eigene Popularität zu steigern ist dabei nebensächlich.

Dabei muss man nicht von sich behaupten, ein Medium zu sein, um als Mentalist Erfolg zu haben. Als Beispiel möchte ich mal Derren Brown anführen, dessen Tricks wesentlich eindrucksvoller sind, der aber nicht behauptet eine übersinnliche Begabung zu besitzen, sondern Aufklärungsarbeit betreibt, und vor Scharlatanen warnt.

Nächste Woche treten 5 weitere Kandidaten auf, mal sehen, was die so bieten, und wer dann im Endeffekt in die Fussstapfen des hauptberuflichen Besteckverbiegers Geller treten darf.

Nachtrag: Den Kommentaren folgend habe ich eine Webseite entdeckt, auf der die Castinshow vonVertretern der zaubernden Zunft zerpflückt wird: http://www.freaks-of-magic.de/

Auch die Kollegen von der GWUP haben eine Sonderseite über die Sendung eingerichtet, wo auch ein weiteres Problem mit der Sendung deutlich wird: Wenn jemand einen Zaubertrick als "echt" ausgibt, steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass jemand den Trick verrät.
Die HTML-Magier von der GWUP haben übrigens auch einen Wordpress-Blog
9.1.08 00:32
 



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